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Zubereitung: Gemüse einwecken

Selbstgemachter Gruß aus der Küche

Im Garten oder am Balkon gedeiht das selbst gezogene Gemüse wunderbar - und dann wird zeitgleich mehr reif, als man gerade verwerten kann. Zusätzlich kommt die wöchentliche Gemüsekiste, auf die man vielleicht nicht verzichten möchte, und schon hat man das Gefühl, man kommt mit Essen und Verkochen nicht mehr nach. Manchmal lässt es der Alltag schlicht und einfach nicht zu. Wer kennt das nicht?

Hier bewährt sich das altbekannte „Einwecken“, also das Haltbarmachen von Lebensmitteln im Einmachglas.

Ein "Gemüseüberschuss" lässt sich durch Einmachen gut für später konservieren und landet so nicht auf dem Kompost.

Beim „Einwecken“ oder Einmachen werden Lebensmittel in einem speziellen Einmachglas durch Erhitzen des Behälters und einem Sud aus Essig, Salz und Zucker für längere Zeit lagerfähig gemacht. Früher war es völlig normal, sich so seine Vorräte für den Winter anzulegen – heute ist es schon oft in Vergessenheit geraten. Wir leben immerhin in einer Welt, in der fast alles zu jeder Zeit erhältlich ist.

Das braucht es dazu: bissfest gedünstetes Gemüse, Essigsud und ein steriles Einweckglas.

Wie so vieles findet nun auch das Einwecken wieder mehr und mehr Anklang. Wir leben immer gesundheitsbewusster, möchten unser Gemüse und Obst selbst anbauen oder zumindest wissen, woher es kommt, außerdem soll so wenig wie möglich verschwendet werden.

So wird eingeweckt

  1. Schritt: Gläser sterilisieren
    Beim Einwecken wird in einem ersten Schritt das Einweckglas, welches typischerweise mit einer Gummilippe und Metallklammer versehen ist, für ca. zehn bis fünfzehn Minuten in kochendem Wasser erhitzt, bis alle Mikroorganismen abgetötet sind. Die Gläser sind dann steril. Wichtig: Achtet auch auf die Deckelränder!

  2. Schritt: Sud herstellen
    In einem zweiten Schritt stellt ihr den Sud her. Der Essig soll mindestens 5 % Säure enthalten, am besten eignet sich dafür Weißweinessig oder alternativ Apfelessig. Die Mischung aus Essig, Salz und Zucker hemmt das Wachstum von Hefe- und Schimmelpilzen. Ihr könnt den Sud nach Belieben verfeinern, beispielsweise mit verschiedenen Gewürzen, Kräutern, Senf- oder Pfefferkörnern.

  3. Schritt: Gemüse vorbereiten
    Nun wird das Gemüse geschnitten und bissfest gedünstet oder gekocht. Durch die kurze Garzeit bleiben übrigens wertvolle Vitamine und Inhaltsstoffe erhalten.

  4. Schritt: Gläser befüllen & luftdicht verschließen
    Das Gemüse seiht ihr ab und schichtet es in die sterilen Gläser, die anschließend mit dem Sud bis zum Rand hin aufgefüllt und verschlossen werden. Bei den Weckgläsern entsteht durch das Abkühlen ein Vakuum: die heiße Luft kann entweichen, während sich der Inhalt durch das Abkühlen zusammenzieht, ohne dass Luft nachströmen kann. So wird der Verschluss fest angesaugt und das Glas luftdicht verschlossen. Der Inhalt ist so monatelang haltbar. Stellt die Gläser anschließend zwei bis vier Wochen an einen dunklen Ort, bis ihr sie öffnet.

Unsere Rezeptvorschläge für euch

Wir haben verschiedene Rezepte für euch ausprobiert und sind begeistert! Die Zubereitung geht nicht nur schnell, das Ergebnis sieht optisch auch noch toll aus. Unser Tipp: ein Glas selbst eingemachtes Gemüse eignet sich bestens als Geschenk für Freunde und Familie!

Bunter Spätsommer-Mix

(Reicht für ca. 3 bis 4 mittelgroße Gläser)


Gemüse:
Verschiedenes Gemüse je nach Verfügbarkeit

Unsere Variante:
3 mittelgroße Zucchini
2 bis 3 kleine Paprika bunt
ca 3 große Tomaten, plus wenn vorhanden auch bunte Cocktailtomaten
2 bis 3 mittelgroße Zwiebeln (weiß oder rot)

Sud:
3 TL Salz
1 l Wasser
500 ml Weißweinessig
150 g Zucker (am besten brauner Rohrzucker)
1 TL Pfeffer
4 Lorbeerblätter
4 Nelken
3 kleine Zwiebeln

Zubereitung:
Das Gemüse waschen, in etwa gleichgroße Stücke schneiden und kurz in Salzwasser blanchieren bzw. bissfest dünsten. Für den Sud alle Zutaten miteinander vermischen und aufkochen, gut würzen. Gemüse in die vorbereiteten Gläser schichten, mit dem Sud bis zum Glasrand auffüllen und luftdicht verschließen, dann auskühlen lassen.


Eingemachte Rohnen

(Reicht für ca. 3 bis 4 mittelgroße Gläser)


Gemüse:
2 kg Rohnen

Sud (wir haben den gleichen Sud wie für den Spätsommer-Mix verwendet):
3 TL Salz
1 l Wasser
500 ml Weißweinessig
150 g Zucker (am besten brauner Rohrzucker)
1 TL Pfeffer
4 Lorbeerblätter
4 Nelken
3 kleine Zwiebeln

Zubereitung:
Die Rohnen waschen und in Salzwasser bissfest garen (idealerweise im ganzen Stück, da sie sonst "ausbluten"; die Farbe wäre nicht mehr so kräftig und Inhaltsstoffe gingen verloren). Abseihen und in Scheiben oder Würfel schneiden. Für den Sud alle Zutaten miteinander vermischen und aufkochen, gut würzen. Die Rohnen in die vorbereiteten Gläser schichten, mit dem Sud bis zum Glasrand auffüllen und luftdicht verschließen, dann auskühlen lassen.


Kürbis süß-sauer

(Reicht für ca. 4 mittelgroße Gläser)


Gemüse:
2,5 kg Kürbis

Sud:
1 l Weißweinessig
1 kg brauner Rohrzucker (oder mehr, wer es süßer mag)
4 Stangen Zimt

Zubereitung:
Kürbis schälen, in etwa gleichgroße Würfel schneiden und bissfest dünsten. Für den Sud Weißweinessig mit dem Rohrzucker und den Zimtstangen aufkochen, vorgegarte Kürbiswürfel für ca. 2 Minuten zugeben und abseihen. Den Sud noch ein paar Minuten einkochen, damit er etwas eindickt, dann den Kürbis in die vorbereiteten Gläser füllen. Mit dem Sud bis zum Glasrand auffüllen, pro Glas eine Zimtstange dazugeben und luftdicht verschließen, dann auskühlen lassen.


Dreierlei eingelegtes Gemüse - wer freut sich nicht über einen selbstgemachten Gruß aus der Küche?